In der Arbeit von Teams und Führungskräften kommt es nicht selten vor, dass ein Gespräch verfahren ist und eine gedankliche Flexibilität notwendig wird, um weiterzukommen. Gerade wenn es uns wichtig ist, dass alle Beteiligten das Ergebnis mittragen, brauchen wir eine gezielte Kommunikation, um alle mitzunehmen und den Raum für Diskussionen und Gedankenspiele zu öffnen.
Dabei kommen systemische Fragetechniken ins Spiel. Sie sind ein spannendes Werkzeug, um neue Perspektiven zu eröffnen, Lösungen zu entwickeln und Eigenverantwortung zu fördern.
Hier ist ein Überblick über meine liebsten drei Techniken, aus dem systemischen Coaching.
1. Zirkuläre Fragen
Diese Technik hilft, das System als Ganzes zu betrachten und Beziehungen innerhalb des Teams oder zwischen Personen zu verstehen. Sie ermöglichen es, Muster und Dynamiken sichtbar zu machen. Zirkuläre Fragen funktionieren, indem wir unser Gegenüber fragen, was jemand anders dazu sagen würde. Indem wir uns in eine andere Person hineinversetzen, aktivieren wir unsere Empathie und sehen die Thematik aus deren Blickwinkel.
Beispiel:
„Was denkst du, wie deine Kollegin das Verhalten von XY wahrnimmt?“
Häufig sind wir in unserem inneren Dialog auch nicht fair zu uns selbst und gehen viel härter mit uns um als mit anderen. Auch hier können zirkuläre Fragen Großes bewirken. Wir könnten zum Beispiel auch fragen:
"Was würde deine beste Freundin dazu sagen?"
2. Ressourcenorientierte Fragen
Diese Fragen fokussieren auf unsere Stärken und Ressourcen, also das was uns Kraft gibt. Sie unterstützen dabei, unser Potenzial zu erkennen und darauf aufzubauen. Anstatt viel darüber nachzudenken, was wir alles nicht können, sollten wir viel mehr den Fokus darauf legen, was uns leicht fällt und was oder wer uns unterstützt.
Beispiel:
„Wann hast du schon einmal erfolgreich eine ähnliche Situation gemeistert?“
Oft sehen wir gar nicht, was wir Großartiges in unserem Leben haben oder welche Möglichkeiten wir hätten, wenn wir nur zugreifen und sie nutzen. Mit ressourcenorientierten Fragen können wir uns diese Ressourcen bewusst und damit auch nutzbar machen.
3. Reframing-Fragen
Reframing hilft, eine Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten und eine neue Bedeutung zu finden. Diese Technik wird genutzt, um festgefahrene oder negative Sichtweisen zu verändern. Dadurch bringen wir unser Gegenüber dazu, gewohnte Denkwege zu verlassen und eröffnen somit neue Pfade.
Beispiel:
„Welche positiven Aspekte siehst du in der aktuellen Herausforderung?“
Bei schwierigen Gefühlen, die schwer zu verarbeiten sind, kann es helfen, sich auch das Positive bewusst zu machen, auch wenn es sich im ersten Moment komisch anfühlen mag. So kann es uns leichter fallen, das was passiert ist zu akzeptieren und loszulassen.
Mit diesen Beispielen will ich deutlich machen, durch welche Wirkmechanismen Coaching funktionieren kann. Es hilft, sich dabei bewusst zu machen, dass Wahrnehmung nie zu 100 % der Realität entspricht. Das ist allein schon deswegen der Fall, weil unser Gehirn gar nicht in der der Lage ist, alle Reize gleichzeitig zu verarbeiten. Wahrnehmung ist also selektiv. Gleichzeitig sind Denkstrukturen oft festgefahren oder stark durch frühere Erfahrungen geprägt. Wie bereits Daniel Kahneman zeigte, neigen wir leicht zu abgekürztem Denken. Mit den oben beschriebenen Fragetechniken können wir uns reflektieren und unser Denk- und Handlungsspektrum erweitern. Probiere doch die Fragen in deinen nächsten Gesprächen aus, bei denen du das Gefühl hast, dass eine neue Perspektive oder Lösung helfen könnte – und beobachte, wie dein Gesprächspartner reagiert!
Ich hoffe, ich konnte dir einen ersten Eindruck über mich und meine Arbeitsweise vermitteln. Wenn Du noch Fragen hast, schreibe mir eine Mail oder ruf mich gerne an. Ich freue mich sehr darauf, dich kennenzulernen.
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